Noch 8 Wochen bis Lenny

In acht Wochen kommt Lenny zu uns.

Er ist ein Straßenhund aus Rumänien. Einer von vielen, die ohne Sicherheit, ohne festen Ort und oft ohne echte Chance leben. Gerettet wurde er von der Organisation tierischgeholfen, die Hunde aus Tötungsstationen herausholt und vermittelt. Es gibt viele engagierte Vereine, die genau das tun – oft mit enormem Einsatz und viel Herzblut.

Warum ein Hund aus dem Tierschutz?

Vor vier Jahren haben wir hier in Lettland auf der Straße Clärchen gefunden. Kurz vor dem Winter.
Sie hatte jahrelang angekettet gelebt – im Sommer draußen im Garten, im Winter bei bis zu minus 25 Grad in einer Garage. Verantwortungslosigkeit hat viele Gesichter.

Wir haben sie spontan aufgenommen.
Clärchen brachte ihre Geschichte mit – und ihre Krankheiten. Demenz. Osteoporose. Krebs.
1,5 Jahre durften wir sie begleiten, bevor wir sie gehen lassen mussten.

Ich vermisse sie bis heute.

Vielleicht ist es genau diese Erfahrung, die meinen Blick verändert hat.
Hunde aus dem Tierschutz bringen nicht nur Dankbarkeit mit. Sie bringen Narben, Unsicherheiten und manchmal gesundheitliche Folgen eines Lebens, das nicht gut zu ihnen war. Aber sie bringen auch eine besondere Form von Nähe. Eine leise Loyalität. Und oft eine erstaunliche Stärke.

In vielen Teilen Osteuropas – und auch in Ländern wie Griechenland – leben Hunde weiterhin auf der Straße. Kastrationen werden nicht flächendeckend umgesetzt. In Rumänien gibt es Regionen, in denen Geld dafür gezahlt wird, Hunde in Tötungsstationen abzugeben. Geld, das nachhaltiger in Prävention investiert wäre. So entsteht ein Kreislauf, der sich immer wiederholt.

Lenny ist einer der Glücklichen.

Viele andere Hunde warten noch.

Die nächsten acht Wochen nutze ich, um mich vorzubereiten – nicht nur mit Körbchen und Leine, sondern innerlich. Ein Hund aus dem Tierschutz braucht Geduld. Struktur. Verständnis. Und die Bereitschaft, Vertrauen wachsen zu lassen.

Wenn du darüber nachdenkst, ein Tier in dein Leben zu holen, schau ins Tierheim. Sprich mit Tierschutzorganisationen. Die Tiere dort sind nicht „zweite Wahl“. Sie sind oft unglaublich liebevoll, sensibel und dankbar für eine echte Chance.

Für Lenny beginnt bald ein neues Kapitel.
Und für mich auch.

Mein Clärchen, ich vermisse sie bis heute❣❣❣

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